Test Kindersitz

Kindersitz im Test: Testberichte, Meinungen und Kauf-Tipps



Ab wann welchen Kindersitz?

Kindersitz im Test - der passende Autositz ist wichtig

Kindersitz im Test: Welcher Kindersitz die Kleinsten am sichersten schützt, klärt unser Kindersitz Test. © blankmag – Fotolia.com

Kindersitze werden in vier verschiedene Gruppen eingeteilt. „Ab wann welchen Kindersitz?“ ist die zentrale Frage vieler Eltern. Welcher Kindersitz für welches Alter und für welches Gewicht eines Kindes geeignet ist und ab wann ein Autokindersitz zwingend vorgeschrieben ist, klärt unsere Artikelserie „Kindersitz im Test“. Auch die Handhabung, die Bedienung und die Ergonomie sind wichtige Kriterien bei der Auswahl. Wie verhält sich der Sitz bei einem Unfall? Kann ein Crashtest ausreichend Informationen über die Sicherheit geben?

Gerade als frisch gebackene Eltern ist man noch relativ unsicher im Umgang mit dem eigenen Baby. Die Geburt des ersten Kindes ist etwas Wunderschönes und Einzigartiges. Alle Eltern stellen die Sicherheit des eigenen Babys an erster Stelle. Ob bei der Auswahl einer Babyschale oder eines Kindersitzes: Durch die große Auswahl von gut über 100 angebotenen Modellen sind Eltern schnell überfragt. Als Ratgeber wird das Ergebnis eines Sicherheitstestes herangezogen und der Testsieger in die aktuelle Wahl genommen. Doch aktuelle Tests wie beispielsweise der Crashtest von „auto motor und sport“ zeigen, dass gut die Hälfte der getesteten Babyschalen Sicherheitsmängel aufweisen und das Kind nicht nur bei einem Seitenaufprall nicht optimal schützen. Auch ein Test des ADAC und der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2012 decken beim Thema Unfall ein unangenehmes Ergebnis auf. Das Video des Crashtest offenbart ein trauriges Bild. Umso wichtiger, sich bei der Auswahl des richtigen Kindersitzes Zeit zu nehmen.

Ergonomie und Handhabung: Die richtige Größe

Die Ergonomie und Handhabung wird bei der Auswahl eines Sitzes oft missachtet. Zu groß der Fokus auf die Sicherheit. Es ist sicher nicht verkehrt, den besten Sitz zu wählen, der das Kind bei einem Unfall optimal schützt. Doch dies kann der Sitz nur, wenn er – passend zum Kind – in der richtigen Größe gewählt wurde. Der Gesetzgeber hat Kindersitze in vier Gruppen anhand des Alters und Gewichtes der Kinder eingeteilt, so dass diese Kindersitz-Gruppen eine erste Einteilung ermöglichen.

  • Kindersitz Gruppe 0: Die Babyschale
    Zur Gruppe 0 gehört die Babyschale oder Babysitz. Die Babyschale kann von Geburt an bis zu einem Alter von etwa neun Monaten beziehungsweise einem Gewicht von bis zu 13 kg genutzt werden. Eine passende Babyschale sollte am besten bereits einige Wochen vor dem geplanten Geburtstermin gekauft und die Handhabung ausreichend geübt werden. Es gibt Babyschalen, die recht fix auf ein Isofix-System aufgesteckt werden. Ob ein solches System auch in Ihrem Fahrzeug genutzt werden kann, entnehmen Sie bitte den Fahrzeugunterlagen.
  • Kindersitz Gruppe I: Kindersitz mit Fünfpunktgurtsystem
    Kindersitze der Gruppe I werden mit einem Fünfpunktgurtsystem ausgestattet und in Fahrtrichtung eingebaut. Sie sind für Kinder ab einem Alter von ungefähr 9 Monaten bis zu 4 Jahren respektive einem Gewicht von 9 bis 18 kg verwendbar.
  • Kindersitz Gruppe 2: Kindersitze mit Gurtführung
    Kindersitze der Gruppe 2 besitzen keinen separaten Gurt. Die Kinder werden mit dem normalen Dreipunktgurt des Autos gesichert, der durch eine Führung am seitlichen oberen Teil des Sitzes gelegt wird. Diese Kindersitze im Auto sind für Kinder ab 3 1/2 bis 12 Jahre beziehungsweise einem Gewicht von 15 bis 36 kg vorgesehen. Meist können diese Autokindersitze auch zu Kindersitze der Gruppe 3 umgebaut werden.
  • Kindersitz Gruppe 3: Die Sitzerhöhungen
    Kinder unter zwölf Jahren oder einer Größe von weniger als 1,50 Meter müssen auf einem eigenen Kindersitz Platz nehmen. Dafür sind die Kindersitz-Erhöhungen der Gruppe 3 vorgesehen.
  • Kombimodelle Kinderautositze
    Es gibt auch Kombimodelle der Kinderautositze aus verschiedenen Kindersitz-Gruppen. So werden beispielsweise Kindersitze angeboten, die zugleich den Gruppen 2 und 3 entsprechen. Einige Hersteller von Autokindersitze haben sogar Kindersitze im Sortiment, die den Gruppen I bis 3 entsprechen. Der Kauf dieser Sitze ist aber nicht unbedingt empfehlenswert, wie unser Testbericht Kindersitze zeigt. Sie erreichen oft nur ein befriedigend bis ausreichend als Testnote, wie aktuelle Tests zeigen. Weiter spricht dagegen, dass kaum ein Kind zwölf Jahre lang den gleichen Sitz nutzen möchte. Zum Anderen wird der Kindersitz dieser dauerhaften Belastung auch kaum über diese lange Zeit standhalten.

Sicherheit: Crashtest und Seitenaufprall

Das Video eines Crashtest zeigt oft ein trauriges Bild: Die Sicherheit ist nicht immer gewährleistet. Tester finden auch bei bekannten Marken Sicherheitsmängel. Gerade die Belastung am Kopf des Kindes gibt oft Anlass zur Kritik. So fordert beispielsweise der ADAC, dass insbesondere der Seitenaufprall bei einem Unfall in die Prüfungen für Kindersitze in Autos mit aufgenommen werden soll. Dieser Crashtest soll also fester Bestandteil für die amtliche Zulassung eines Kindersitzes werden. Ein sicherlich zu unterstützende Forderung. Also nur aktuelle Testsieger kaufen?

Auswahlkriterium: Auch auf die Waschbarkeit des Kindersitz-Bezuges achten

Wenn die Frage „Ab wann welchen Kindersitz“ beantwortet ist, stellt sich anschließend die Frage, welchen Kindersitz welcher Marke man als fürsorgliche Eltern seinem kleinen Liebling kaufen soll. Die Auswahl ist groß und für viele Eltern ist das Angebot unüberschaubar. Selbst wenn man die Gruppe anhand der gesetzlichen Richtlinien festgelegt hat, stellt sich immer noch die Frage, welcher Kindersitz für den eigenen Liebling der beste und sicherste Kindersitz im Auto ist.
Die Stiftung Warentest, der Automobilverband ADAC und die Zeitschrift „auto motor und sport“ testen in regelmäßigen Abständen Autokindersitze auf ihre Sicherheit. Die Testergebnisse haben großen Einfluss auf die Industrie. Kein renommierter Hersteller von Autokindersitze wird einen festgestellten Mangel nicht umgehend beseitigen. Zahlreiche Rückrufe in den vergangenen Jahren zeigen, wie aufmerksam die Hersteller die Kindersitz-Tests verfolgen. So ist ein früherer Rückruf keineswegs ein Signal, ein bestimmtes Modell eines Sitzes zu meiden. Im Gegenteil, zeigt es doch, dass der Sitz nun entscheidend verbessert wurde. Lediglich beim Kauf eines gebrauchten Sitzes sollte darauf geachtet werden, dass das Modell des Sitzes aus einer Serie nach dem Rückruf stammt.

Giftstoffe im Bezug der Kindersitze

In den letzten Jahren wurde auch der Bezug der Kindersitze auf ihren Schadstoffgehalt getestet. Die Ergebnisse waren teilweise erschreckend. Ein Kind, welches viel Zeit beispielsweise bei einer langen Reise in einem Kindersitz verbringt, wird so in unnötiger Weise Giftstoffen ausgesetzt. Auch hier haben die großen Hersteller sofort reagiert und liefern heute unbedenkliche Stoffe aus. Als Praxistipp erfahrener Mütter gilt hier bei der Auswahl eines Kinder- oder Babysitz, auf die Waschbarkeit des Bezuges zu achten. Wie bei Kleidung gewohnt, sollte auch der Bezug des Kindersitzes vor der Erstbenutzung fix in der Waschmaschine gewaschen werden. Auch im täglichen Gebrauch ist es von Vorteil, wenn der Bezug des Kindersitzes waschbar ist. Neben Spuren der täglichen Nutzung verlieren auch spontane Spuckanfälle von Babys im Babysitz oder allgemeine Übelkeit bei einer Reise von Kinder ihren Schrecken. In Deutschland leiden übrigens gut 20 bis 25 Prozent aller Kinder unter einer Reiseübelkeit oder vertragen die Reise in einem Fahrzeug prinzipiell nicht.

Auswahl eines Kindersitzes: Testberichte und Erfahrungsberichte nutzen

Neben den aktuellen Tests auf die Sicherheit, dem Achten auf die Waschbarkeit des Bezuges und der Befestigungsmöglichkeit wie beispielweise Isofix, sollten dann weniger der Preis, als die Handhabung und Bedienung bei der Auswahl eines Kindersitzes eine Rolle spielen. Nicht jeder gute Kindersitz bietet in jedem Auto gleich gute Ergebnisse. Und nicht jede vom Hersteller des Kindersitzes gutgemeinte Gurtführung bietet in der Praxis in Bezug auf das eigene Fahrzeug die Vorteile, die das Verkaufsprospekt verspricht. Daher ist es bei der Auswahl eines Autokindersitzes immer ratsam, ein spezielles Modell einmal im eigenen PKW zu montieren und auf die Praxistauglichkeit hin zu überprüfen. Denn kein Kindersitz Test und kein Erfahrungsbericht anderer Nutzer eines Kindersitzes kann gewährleisten, dass man selbst mit der Bedienung eines speziellen Kindersitz-Modells zurecht kommt.

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