Test Kindersitz

Kindersitz im Test: Testberichte, Meinungen und Kauf-Tipps



Mehr Sicherheit durch Reboard Kindersitze

Bei einem Reboard Kindersitz handelt es sich um ein nach hinten gerichteten Kindersitz. Die Kinder werden in einem Reboarder Kindersitz entgegengesetzt zur Fahrtrichtung, genau wie in der Babyschale, transportiert. Die EU will diese Rückwärtsfahrpflicht für Kinder bis 15 Monate ausweiten.

Warum einen Reboard Kindersitz (Reboarder) verwenden?

Reboard - rückwärts zur Fahrtrichtung fährt das Kind sicherer

Erhöht die Sicherheit: Rückwärts zur Fahrtrichtung montierte Kinderautositze, sogenannte Reboarder. Foto: Cybex

Rückwärtsgerichtete Kindersitze schützen den Kopf- und Halsbereich des Kindes am besten. Bei einem normalen Kindersitz in Fahrtrichtung wird der Körper durch die Aufprallkräfte aus dem Kindersitz heraus gezogen. Bei einem Reboarder Kindersitz wird der Körper des Kindes in den Kindersitz hineingedrückt. Das Kind ist somit besser geschützt. Die auf Kopf- und Nackenbereich wirkenden Kräfte werden reduziert. Bisher wurde diese Technik nur bei Babyschalen angewendet.

Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?

Aktuell dürfen Kinder mit einem Gewicht bis neun Kilogramm rückwärts befördert werden. Dieses Gewicht wird spätestens mit einem halben Jahr erreicht. Danach werden vorwärtsgerichtete Kindersitze vorgeschrieben. In diesen wird das Kind durch den Dreipunktgurt des Autos oder einen im Kindersitz befestigten Hosenträgergurt gesichert. Einige Kindersitze werden zusätzlich durch Isofix-Befestigungssysteme fest mit dem Auto verbunden. In Schweden werden seit Jahrzehnten bereits 90 Prozent aller unter Zweijährigen und viele Kinder bis zu vier Jahren in sogenannten Reboarder transportiert. Eine Studie über den Zeitraum von 40 Jahren zeigt, dass kein Kind in Skandinavien – das in einem Reboard-Kindersitz transportiert wurde – tödliche Verletzungen bei einem Unfall erhielt. Laut Stephen Russel, Generalsekretär der Verbraucherschutzorganisation ANEC in Brüssel, sind Reboarder für Kinder bis 2,5 Jahre fünfmal sicherer als normale Kindersitze. Die EU möchte nun mit der „i-size“ – Regelung die Sicherheitsstandards für Kleinkinder erhöhen. Alle Kinder bis 15 Monate sollen in Reboardern befördert werden. In einer Übergangsfrist dürfen Kinder auch noch in Sitzen mit der Norm „ECE R 44/4“ transportiert werden. Die Einführung des neuen Sicherheitsstandards ist für den Sommer geplant.

Angebot an Reboarder Kindersitze

Durch die Gesetzeslage, aber auch durch die geringe Akzeptanz der bundesdeutschen Käufer, ist das Angebot an Reboadern auch heute noch sehr dürftig. In unserer Übersicht „Kindersitze in der Übersicht“ greifen wir speziell diesen Punkt sowie die Befestigung per Isofix auf. Viele potentielle Käufer von rückwärts gerichteten Kindersitzen schauen speziell nach schwedischen Modellen, da die Hersteller dort über mehr Praxiserfahrung verfügen. Zumindest im Punkt „Bedienbarkeit“ sind sie den aktuellen deutschen rückwärts gerichteten Autokindersitzen weit voraus. Mangels Käufer-Akzeptanz hatten deutsche Hersteller bisher wenig Interesse, verbesserte rückwärts gerichtete Kindersitze zu entwickeln. Dennoch hat jeder namhafte Hersteller mindestens ein Modell im Angebot. Auch im Hinblick auf die geplante Gesetzesänderung wird sich das Angebot in dieser Kindersitz-Gattung in den kommenden Monaten drastisch verändern.

Schlechte Testnoten für Reboarder

Rückwärts gerichtete Kindersitze schnitten in der Vergangenheit bei Tests deutlich schlechter ab. In das Testurteil fließen neben 50 Prozent Sicherheitskriterien auch 50 Prozent für die Handhabung des Kindersitzes ein. Reboarder sind deutlich schlechter zu bedienen als vorwärts gerichtete Sitze. Der Einbau ist komplizierter. Oft muss dazu ein Fachmann befragt werden. Deshalb erhielten sie schlechtere Testnoten als konventionelle Kindersitze. Die neuen Modelle der Reboarder zeigen schon deutlich mehr Komfort als ihre Vorgänger. Vor einem Kauf sollten Eltern abklären, ob das Reboard-Modell in ihr Fahrzeug passt. Viele Autohersteller müssen das Autodesign eines Reboarder für größere Kinder erst an die neuen Anforderungen anpassen.

Vorteile der neuen Reboarder

  • Mehr Sicherheit für das Kind
  • Erleichterter Einbau
  • Einige Modelle lassen sich vorwärts und rückwärts gerichtet einbauen
  • Höhere Sitzposition als in einem normalen Kindersitz. Das Kind kann gut aus Seitenfenster und Heckfenster sehen
  • Der Blickkontakt kann über einen zusätzlichen Spiegel an der Kopfstütze der Rückenlehne erfolgen
  • Verletzungen im Gesicht werden minimiert
  • Verletzungen im Bauchraum durch den einschneidenden Sicherheitsgurt werden vermieden
  • Auch beim Seitenaufprall bieten Reboarder durch die Seitenbacken einen sicheren Schutz

Wann sollten Kinder von der Babyschale in ein Reboarder umziehen?

Wirkt das Kind in der Babyschale unzufrieden wegen der eintönigen Aussicht, sitzt der Gurt zu eng oder ragt der Kopf über die Schale hinaus, dann sollte ein Reboarder genutzt werden. Die Kinder haben keinerlei Umstellungsschwierigkeiten. Sie sind das Rückwärtsfahren schon gewöhnt. Wenn der Airbag abgeschaltet ist, dann kann ein Reboard-Kindersitz auch auf dem Beifahrersitz befestigt werden.

Reboarder: Deutlich mehr Sicherheit

Reboarder bieten bis zu einem Alter von vier Jahren deutlich mehr Sicherheit als ein herkömmlicher Kindersitz – besonders bei einem Frontaufprall. Dem steht in Deutschland die geringere Akzeptanz der rückwärtsgerichteten Kindersitze durch die Eltern entgegen. Wenn europaweit die neue Regelung „i-size“ durchgesetzt wird, dann ist eine Übergangsfrist geplant. Wer jetzt schon etwas für die Sicherheit seines Kindes tun möchte, sollte sich schon heute für einen rückwärts gerichteten Kindersitz entscheiden.

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